ASHTANGA YOGA

Es gibt viele verschiedene Yogastile, die aus dem Hatha Yoga hervorgehen. Einer davon ist Ashtanga Vinyasa Yoga. Dieser Yogastil besteht aus fließenden Bewegungsabläufen, die mit statischen Haltungen kombiniert werden. Die Atmung führt uns dabei durch die Bewegungen, es entsteht eine bewegte Meditation.

Ashtanga Yoga ist ein toller Ausgleich zum Job, in dem wir viel sitzen oder einseitige Tätigkeiten ausführen. Auch bei Verspannungen im Nacken-/Schulterbereich oder der Wirbelsäule kann uns Yoga helfen, unsere Gesundheit zu verbessern und zu erhalten. Wir dehnen und kräftigen unsere Muskulatur durch viele unterschiedliche Haltungen, dadurch werden wir mit der Zeit flexibler und gleichzeitig stärker. Dies merken wir zunächst körperlich, vielleicht erreicht unser Üben auch unsere mentale Ebene und wir fühlen uns gelassener in Stresssituationen und erhöhen unsere Achtsamkeit im Umgang mit unserer Familie, unseren Freunden und mit uns selbst. Außerdem ist es lustig, die Welt kopfüber zu betrachten und die eigene Perspektive zu verändern.

Yoga macht Spaß :o)
Mach mit!

Was bedeutet YOGA ?

Der Wortstamm yuj stammt aus dem indogermanischen. Yuj bedeutet zusammenbinden, anschirren, anjochen. Damit könnte gemeint sein, dass wir beim Yogaüben eine körperliche Anstrengung auf uns nehmen, unsere Yogapraxis. Durch das konzentrierte Üben in Verbindung mit unserem Atem und einem fokussierten Blick richten wir unseren Geist auf eine Sache aus und disziplinieren ihn. Uns kann dabei klar werden, welche Dinge wirklich wichtig sind und welche unwichtig, wo wir uns verzetteln. Alle Muster, die aus unseren Erfahrungen entstanden sind, führen oft zu unbewusster Unfreiheit und schränken uns ein. Wir trainieren also unsere Bewusstheit, Achtsamkeit, (Selbst-)Wahrnehmung.
Yoga kann auch als Selbsterkenntnis beschrieben werden, wir erkennen im Lauf des Übens, nach welchen Mustern wir funktionieren, wie unser Denken, Fühlen und unsere Wahrnehmung abläuft. Nachdem wir die Prägungen erkannt haben, können wir uns gezielt von ihnen lösen und spielerisch neue Reaktionen ausprobieren.

Yoga ist die Erfahrung der Gegenwart. Wir lernen, mit unserer Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt zu sein. Yoga ist das wertfreie Beobachten unserer Gedanken und Gefühle, ohne uns mit ihnen zu identifizieren. Yoga kann durch innere Ausrichtung Klarheit schaffen. Yoga bedeutet, die Dinge anzunehmen, wie sie sind.

Was bedeutet ASHTANGA?

aṣta bedeutet acht und aṇga bedeutet Glied oder Stufe. Aṣāṇga Yoga bedeutet also achtgliedriger Yogaweg. Diese acht Glieder sind im Patañjali Yoga Sutra beschrieben als:

1. yama Umgang mit der Umwelt, mit seinen Mitmenschen
2. niyama
Umgang mit sich selbst
3. āsana
körperliche Übung, Körperhaltungen
4. prāṇāyāma
Atemlenkung, Harmonie mit der Lebensenergie
5. pratyāhāra
Zurückziehen der Sinne, den Sinnesreizen nicht folgen, Beobachten der Emotionen
6. dhāraṇā
Konzentration, Harmonie mit den Gedanken
7. dhyāna
Meditation, Versenkung
8. samādhi
Ziel des Yoga, Erleuchtung, überbewusster Zustand

Im Ashtanga Yoga werden verschiedene Haltungen (āsanas) mit dem Atem (prāṇāyāma) in vorgegebener Reihenfolge verbunden. Die vorgegebenen Reihenfolgen werden Serien genannt. Es gibt insgesamt sechs Serien, es wird immer mit der ersten Serie Yoga Cikitsā (Yoga Therapie) begonnen. Die einzelnen Haltungen werden durch vinyāsas miteinander verbunden, so dass ein kraftvoller, kontinuierlicher Bewegungs- und Atemfluss zwischen statischen und dynamischen Übungen entsteht.
Alle Serien beginnen mit dem Aufwärmen durch die Sonnengrüße (Sūrya Namasakāra A und B), gefolgt von den stehenden Grundpositionen (Fundamentals). Dann beginnt die erste Serie, die aus vielen Vorbeugen besteht. Die Vorbeugen richten unsere Aufmerksamkeit nach innen und erhöhen die Flexibilität der Körperrückseite (Dehnung der Lendenwirbelsäule und Beinrückseiten, Massage der Bauchorgane).
Ziel des Ashtanga Yoga ist es, eine eigene Übungspraxis zu entwickeln.
Es existieren zwei verschiedene Übungsstile: Led Class (Ansage der āsanas durch den Lehrer) und Mysore-Stil (jeder Schüler übt individuell in seinem eigenen Atemrhythmus ohne Ansage, aber mit Hilfestellung des Lehrers).

Wie alt ist Yoga?

Der genaue Ursprung des Yoga ist unbekannt. Einige Schriften, die Yoga-Erfahrungen, Meditation und Atemübungen beinhalten, werden auf 1500 v.Chr. datiert. Dies sind die Upaniaden, die in der vedischen Zeit entstanden sind. Zwischen 300 v.Chr. und 500 n.Chr. entstand der klassisch-philosophische Yoga (Yoga Sutra von Patañjali) und der religiöse Yoga (Bhagavadgītā). Erst 1000 n.Chr. wurden Körperübungen, Atemübungen, Reinigungsübungen und Meditation im Haha Yoga miteinander verbunden. Als Quelltexte des Haha Yoga sind unter anderem die Haha Yoga Pradīpikā und Gheraṇḍa Sahitā bekannt. Aus dem Haha Yoga haben sich verschiedene Übungsformen entwickelt, zum Beispiel Aṣṭāṇga Vinyāsa Yoga, Bikram Yoga , Iyengar Yoga, Kundalini Yoga, Yin Yoga, und viele, viel mehr.

Yoga ist genau genommen mehr als 3500 Jahre alt. Steinalt also.